500 Jahre Martin Luther, das musste natürlich gebührend gefeiert werden. So feierte die Lutherstadt Wittenberg vom 24.-28. Mai gemeinsam mit Berlin und Leipzig den 36. Evangelischen Kirchentag. Über 100.000 Gäste erwartete die Stadt Wittenberg an diesem Wochenende. In Zeiten von Terror und Amokläufen stellt sich bei solchen Besucherzahlen die Frage „Wie können wir dafür Sorge tragen, dass unsere Gäste auch sicher feiern können?“

Neben einer riesigen Polizeipräsenz musste dabei natürlich auch bedacht werden, was passiert wenn doch etwas passiert. Über das normale Maß an Verletzten oder Betroffenen zeitgleich kann der Rettungsdienst in keiner Stadt Deutschlands bewältigen. Deshalb ersuchte der Landkreis Wittenberg Landkreise in Sachsen-Anhalt und Brandenburg um Amtshilfe. Der Saalekreis konnte dieser Bitte entsprechen und entsendete einen Behandlungsplatz 50 (BHP50). Ein Behandlungsplatz ist ein vollständig unabhängig arbeitendes Lazarett. Er hat die nötigen materiellen und personellen Voraussetzungen, um innerhalb einer Stunde 50 Verletzte registrieren und medizinisch versorgen zu können, bis deren Transport in ein geeignetes Krankenhaus realisiert werden kann.

Dazu gehören Transport und Aufbau des benötigten Materials (unter anderem beheizbare und beleuchtete Zelte mit eigener Stromversorgung), aber eben auch der Betrieb mit Ärzten und medizinisch ausgebildeten Personal.

So trafen sich am Nachmittag des 27.05. unter anderem die Feuerwehr Leuna, Betreuungseinheiten des ASB Betreuungszuges Halle-Bitterfeld und DRK Merseburg-Querfurt und Sanitätseinheiten der Ambulance Merseburg sowie der DRK Sanitätszug Saalekreis. Eine Kolonne von insgesamt 23 Fahrzeugen setzte sich gegen 15:00 Richtung Wittenberg in Bewegung.

Auf dem zugeordneten Bereitstellungsraum am Rande der Stadt nutzten die Einheiten die ruhigeren Stunden des Festwochenendes für Fortbildungen und zum Informationsaustausch. Unter anderem wurde das momentan sehr aktuelle Thema „Einsatz nach einem Anschlag bzw. in besonderen Einsatzlagen“ ausführlich geschult und aktuelle Handlungsempfehlungen besprochen.

Sonntagnachmittag gegen 13:15 kam von der zuständigen Einsatzleitung für den Bereitstellungsraum dann der Einsatzbefehl „Einsatzbereitschaft herstellen“.

Auf einem Feld auf dem über 40 Hektar großen Festivalgelände des Kirchentages klagten bei Temperaturen von über 30°C und kaum Schatten viele Personen über gesundheitliche Probleme. In weniger als 10 Minuten war die gesamte Kolonne einsatzbereit und setzte sich mit Blaulicht und Martinshorn zur Einsatzstelle in Bewegung. Vor Ort wurden dann 3 aufblasbare Zelte aufgebaut, in denen die Patienten gesichtet, registriert und versorgt werden konnten.  Die Betreuungseinheiten versorgten betroffene und Helfer mit Getränken. Die Feuerwehr errichtete eine „Dusche“ zur Abkühlung der übrigen Besucher und die Einsatzleitung am Behandlungsplatz organisierte den Transport der Patienten in die nahegelegenen Krankenhäuser. Insgesamt mussten 34 Personen mit Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzschlag, Kreislauf- und Atemproblemen versorgt werden. Auch

Dank der Hilfe der ehrenamtlichen Helfer des Katastrophenschutzes im Saalekreis können heute alle Besucher gesund und ohne Spätfolgen auf einen heißen aber erfolgreichen Kirchentag in Wittenberg zurückschauen.

Der Behandlungs...
Der Behandlungsplatz auf den Elbwiesen
Die komplette M...
Die komplette Mannschaft aus dem Saalekreis
 

Bericht: Birgit Unger / Tim Zmyslony  - DRK Sanitätszug Saalekreis